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Manches war anders geplant bei diesem Lauf, zum Beispiel wollte ich diesen Lauf auf Bestzeit laufen. Ich fing letztes Jahr auch gut an nach Plan zu trainieren, aber das Jahresende war zu chaotisch und zu busy, um das Ziel sinnvoll zu verfolgen. So lies ich den (Trainings-)plan fallen und ging erstmal nur auf Grundlagentraining.

Der Halbmarathon fand statt als Teil der Winterlaufserie vom TSV Bayer 04 Leverkusen und konnte einzeln gebucht werden. An diesem Tag fanden noch weitere Wettbewerbe statt, entsprechend war der Trubel vor Ort. Gelaufen wurden die 21,1 in einer 1,1km Runde und 4 Runden a 5km. An jeder Runde gab es die Versorgung in Form von warmen Wasser und warmen Dextro.

Die Tage vor dem Lauf konnte ich wohl zum ersten mal „perfekt“ gestalten. Nahrung, Erholung, Tapering, kurzer Lauf am Vortag. Alles passte. Also los!

Nach dem Startschuss lief das doch kleine Starterfeld los. Vor mir lief ein Opi mit gleichmäßigem Tempo, welches mir recht gut entgegen kam. Ich entschied mich für ihn als mein Hasen. Natürlich bekam ich wieder nicht mit, dass er beschleunige und ich somit zu schnell wurde. Kurz gesagt, nicht nur, dass ich regelmäßigt sagen muß: „I got chicked“ – Nein nun auch noch: „I got grandpa-ed“. Schlimmer war jedoch der Wind an dem Tag. Er kam quasi 4 km in der 5km Runde von vorne. Am härtesten war der Wind an einem Anstieg. Das war echt fies.

Bei dem Lauf merkte ich, dass ich immer wieder unregelmäßig atmete. Ich hielt es, wie Maty in ihrem Blog zum meditieren beschrieb. Immer denken „Einatmen“ „Ausatmen“. Langsam, gleichmäßig. Es wirkte tatsächlich Wunder und meine Seitenstiche gingen direkt wieder weg. Und schneller wurde ich auch noch.

Die ersten 10km gingen in einer für mich guten Pace ohne Probleme. Bei km12 kam dann der Einbruch. Da hat jemand einfach den Stecker gezogen. Ich bin halt noch nicht ganz im Training und meine aktuelle Wochen KM Zahl ist für mich aktuell doch recht hoch. Dies machte sich dann auch bemerkbar und in der letzten Runde brannten dann auch noch die Beine.

Die letzte Runde fing schon sehr bitter an, aber sie hat mir auch was gelehrt: Ich versorgte mich zu Beginn der letzten 5km Runde mit Wasser. Dann ging ich ein kurzes Stück zur Erholung und wurde dabei natürlich überholt. Auf einmal überholte mich aber niemand mehr. Niemand! Ich drehte mich um. und sah, dass man die Flatterbänder einsammelte. Es war nämlich niemand mehr da. Diagnose: Letzer. Und das war das letzte was passieren durfte und gab Gas. Wie ich es schaffte auf einmal 1 min auf den Kilometer wieder schneller zu werden weiß ich nicht. Aber es zeigte mir, da sind stets noch genug Reserven und nur der Kopf im Weg.

Auf den letzten KM pushte ich mich gegenseitig mit einer weiteren Läuferin. Beide waren wir der Meinung, dass dieser Lauf eine Qual war.

Aber schön war es.

2:08:29 war es am Ende und ich bin zufrieden. Es ist Januar und vor einem Jahr lief ich im Training nur rund 5km maximal.

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