Der Berlin Halbmarathon war mein erstes Saisonziel und eine Motivation über den Winter zu laufen. Zwischenzeitlich hat mich der Ehrgeiz gepackt und es geht nicht mehr nur um ankommen, sondern auch um eine Wunschzielzeit. Mein Wunsch war unter zwei Stunden anzukommen.

Diesmal habe ich aufgrund meiner „Erfahrung“ im Vorfeld einiges besser machen können. Die wesentliche Verbesserung war ein ausführliches Carbo Loading. Carbo Loading bedeutet, möglichst viele Kohlenhydrate zu essen, um den Energiespeicher aufzufüllen. Dazu zählen vor allen Lebensmittel wie Nudeln. Carbo Loading ist aber ehrlich gesagt auch eine tolle Ausrede zum sinnlosen Futtern. So gab es mehr als genug zu Essen, vor allem ungesundes Zeugs. Selbst eine Currywurst Pommes hab ich mir gegönnt – aber wenn man schon mal in Berlin ist.

Diesmal habe ich auch den Lauf an sich geplant bzw. mir Gedanken gemacht, wie ich den Lauf einteile. Lange habe ich hin und her gerechnet, wann ich welche Pace laufe, wie viel Zeit ich für Pausen habe. Um mich während des Laufes nicht wahnsinnig zu machen, habe ich mir die Zwischenzeiten auf die Hand geschrieben.

Am Morgen des Laufes gab es noch mal ein gutes, magenverträgliches Frühstück. Viel Vollkorn, aber auch ein frisches Croissant war drin. Nur die Klamottenwahl war schwierig. Es war um 8:00 Uhr morgens noch recht frisch, aber es sollte ein warmer Tag werden. Was nun? Ich entschied mich für relativ warme Kleidung, die ich jedoch bis zum Start halbstündlich reduzierte. Am Ende war es dennoch immer noch zu warm.

Die Sonne schien, nein sie knallte fast schon. Mir wurde vorm Start schon etwas mulmig. Wie auch immer, Kopfhörer rein und los. Die Kopfhörer spielten aber keine Musik ab. Die Kopfhörer waren nämlich kaputt. Also mein erster Lauf ohne Musik. Dabei habe ich mir soviel Mühe mit der Playliste gegeben.

Der Lauf lief aber super. Ich lief locker und hatte dennoch eine Pace von 5:20 – 5:30. Im Training hatte ich diese nie erreicht. Aber da war natürlich weniger Adrenalin im Blut und die Menge der Zuschauer trägt einen wunderbar. Wenn man auf unter zwei Stunden läuft, hat dies den tollen Nebeneffekt nicht mehr alleine zu laufen. Diesmal war ich mitten im Läuferfeld und das Publikum war voll am anfeuern und jede Menge Musikgruppen heizten ein. Unterwegs wartete Birgit, eine Freundin, und feuerte mich noch mal an. Danke nochmal.

Gegen die Hitze, die schon nach drei Kilometern unerträglich wurde, kippte ich mir immer wieder Wasser auf das Cappy, die Arme und die Waden. So lief alles super. Bis KM 14 hatte ich sogar noch einen Puffer von ca. drei Minuten. Doch kurz nach km 15 kam der Hammer. Es war einfach zu warm. Dann ging mir zudem auch noch meine Wasserflasche kaputt. Kein Trinken, kein Kühlen. Ab da war es nun doch noch ein Kampf geworden. Als das Ziel in greifbarere Nähe war, gab ich noch mal Gas. Mir war klar, die 2 Stunden packe ich nicht mehr, aber ich wollte kämpfen. Das Gefühl, das man hat, wenn man die Ziellinie überquert ist unbeschreiblich. Man hat es geschafft. Meine Zielzeit lautet: 2:03:11

Erst war ich betrübt mein Ziel nicht erreicht zu haben. Aber wenn ich sehe, wie viele eingebrochen sind, abgebrochen haben oder gar zusammengebrochen sind, bin ich doch zufrieden. Einen armen Teufel hat es 110 Meter vorm Ziel erwischt. Er wurde von den Sanis versorgt. Wie ärgerlich. Aber es sah wieder soweit aus, dass es ihm gut geht. Somit freue ich mich über meine neue Bestzeit. Meine alte Bestzeit lag noch bei 2:25:05.

Der Berlinlauf war wirklich schön, man sieht auf der Strecke alle Sehenswürdigkeiten. Vom Alex geht es durch das Brandenburgertor, vorbei an der Siegessäule. Man läuft auf Strassen wie der Strasse des 17. Juni und mitten auf dem Kuhdamm. Es geht vorbei am Potsdammerplatz, am Checkpoint Charly und eine Menge mehr. Herrlich.

In nicht mal zwei Wochen ist der nächste Angriff. Beim Halbmarathon in Wien. Und auf das Sachertorten Carboloading freue ich mich schon!

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